Vor dem Start
Worum es hier geht
Warum “selber starten” eine gute Option ist
Du hast einen Punkt in deinem Leben erreicht, an dem du ernsthaft darüber nachdenkst, ein eigenes Einkommen aufzubauen. Dafür gibt es eine Reihe von sehr guten Gründen.
Du bist in deiner Rolle, in deinem Job, grundsätzlich ersetzbar. Das hat nichts mit dir zu tun. Das ist ein Strukturprinzip von Organisationen. Der Betrieb muss weiterlaufen, wenn du gehst.
Du kannst auch nicht steuern, ob du in Zukunft noch gebraucht wirst. Unternehmen strukturieren um. Oder verschwinden ganz. Oder sie optimieren, vielleicht mit KI, die günstiger ist als du.
Du bekommst ein Gehalt, das immer unter dem liegt, was deine Arbeit wirklich wert ist. Das ist keine Frage von Leistung, sondern von Rahmenbedingungen. Dein Arbeitgeber gibt dir eine temporäre Sicherheit mit einem monatlich gezahlten Gehalt, und er betreibt damit seine eigene Wertschöpfungskette.
Du kannst verhandeln, du kannst wechseln, du kannst aufsteigen. Aber das Spielfeld bleibt immer dasselbe und deine Optionen bleiben begrenzt.
Du hast einen Job, der dich nur selten ausfüllt. Du wiederholst Muster, optimierst Details, füllst Erwartungen. Nicht weil du nichts anderes kannst, sondern weil deine Rolle Wiederholung erzwingt. Das ist ein Strukturthema, kein Persönlichkeitsproblem.
Du reagierst mit Hobbys, mit spannenden Urlaubsreisen, du baust an deiner Work-Life-Balance. Und trotzdem bleibt das Gefühl, dass sich am Grundproblem nichts ändert. Dass es sich nie ändert.
Und gleichzeitig waren die Zeiten, in denen es möglich ist, als Einzelperson oder kleines Team ein ganzes kleines Unternehmen aufzubauen, nie besser als jetzt.
Die Werkzeuge sind da. Die Reichweite lässt sich erzeugen. Du brauchst kein Team und kein großes Startkapital, um Nachfrage zu finden, Angebote zu testen und Verkäufe abzuwickeln.
Und die Reibung sinkt weiter. Software und KI nehmen dir Aufgaben ab, die früher viel Zeit kosteten oder Spezialrollen verlangt haben. Du kannst schneller testen, schneller lernen, schneller liefern.
Das ist kein Traum.
Du könntest heute, jetzt, dein Wissen, deine Erfahrung und dein Können in ein Produkt oder einen Service verpacken, Zielkunden erreichen und Käufe und Zahlungen abwickeln, ohne eine Organisation im Rücken zu haben.
Warum du zögerst
Und doch zögerst du. Obwohl das alles so klar ist.
Das ist ein normales Signal, wenn etwas auf dem Spiel steht.
Du willst nicht blind losrennen. Du willst nicht aus der Abhängigkeit von einem Arbeitgeber in eine Abhängigkeit wechseln, die du dir selber gebaut hast. Mit mehr Stress und weniger Plan.
Du hast keine klassische Business-Ausbildung. Du hast nie gelernt, wie man aus einer Idee ein Vorhaben macht, das unter realen Bedingungen trägt.
Also greifst du zu dem, was naheliegt. Du schaust Videos, liest Threads, speicherst Tools, belegst Kurse, bastelst an Angeboten. Und bist motiviert.
Und trotzdem bleibt diese eine Unruhe, die alles ausbremst: Du weißt nicht, ob das, was du vorhast, wirklich funktionieren kann. Ob Menschen dafür zahlen. Ob der Aufwand zu deinem Leben passt. Ob du etwas Solides aufbaust, oder gerade dabei bist, den größten Fehler deines Lebens zu begehen.
Warum ich “Fehlstart” mache
Ich war an genau diesem Punkt.
Ich weiß genau, wie sich das anfühlt. Die Anziehungskraft, die der Gedanke hat, irgendwann frei zu sein, sein eigenes Leben gestalten zu können, ein Einkommen zu haben, das man sich selbst geschaffen hat.
Dieser Gedanke lässt dich irgendwann nicht mehr los.
Und dann die Ängste, die dabei aufkommen: Kann ich das leisten? Trägt das, was ich vorhabe, überhaupt? Was, wenn ich mich bloß verrenne?
Aus diesen Unsicherheiten heraus habe ich einen MBA gemacht. Nicht wegen des Zertifikats oder des Titels, sondern um herauszufinden, ob sich der Schritt in die Eigenständigkeit überhaupt verantworten lässt.
Und das ist keine Empfehlung, denselben Umweg zu gehen! Ein MBA ist in der Regel für mittleres Management in bestehenden Organisationen gebaut. Er trainiert Denken in Abteilungen, Budgets, Reportings und Optimierung innerhalb eines Systems, das schon Nachfrage, Cashflow und Strukturen hat.
Für finanzielle Eigenständigkeit ist diese Perspektive oft wenig hilfreich. Du brauchst keine besseren Modelle für Organisationen. Du brauchst keine Abteilungslogik, keine Reportings und keine Kennzahlensysteme. Du brauchst keine Strategie-Slides und keine Vision-Statements.
Du brauchst Urteilsfähigkeit darüber, ob ein kleiner Markt, ein konkretes Budget und ein Angebot überhaupt zueinander passen. Ob deine Idee funktionieren kann. Ob es machbar ist.
Ich habe das nicht als Theorie verstanden. Ich musste das ausprobieren.
Noch während des Studiums habe ich ein Unternehmen gegründet. Ich habe viele Jahre ein internationales Team geleitet und bin durch die ganze Spannweite gegangen, die dieser Weg mit sich bringt. Fortschritt, Stillstand, Hoffnung, Stress, Krisen.
Ich möchte diese Zeit nicht missen. Und doch: am Ende haben wir entschieden, das Projekt zu stoppen. Nicht, weil uns der Einsatz fehlte, sondern weil wir an einem Punkt festhingen: Wir konnten unsere Ausgaben decken, aber nicht darüber hinaus wachsen.
Der Fehler war erstaunlich einfach: wir haben Budgets nicht ernst genommen. Nicht Budgets im Sinne von Kostenkontrolle, sondern Budgets im Sinne von Zahlungsfähigkeit.
Wir haben nicht geprüft, ob die Menschen, die wir erreichen wollten, überhaupt realistische Budgets für unser Angebot haben, so dass tatsächliche Zahlungsbereitschaft entsteht.
Diese Frage hätten wir uns bereits stellen können, noch bevor viel Bindung entsteht. Die Investitionen, die verlorene Zeit, die angeschlagene Reputation, die Risiken wären vermeidbar gewesen.
Wir hätten anders starten können.
Warum Projekte schon vor dem Start sterben
Fehlende Realitätschecks sind sehr weit verbreitet.
Ich habe viele Projekte gesehen. Große und kleine. Mit unterschiedlichen Geschäftsideen. Nur wenige haben es geschafft.
Und fast nie lag es an der Motivation. Selten am Durchhaltevermögen. Es lag auch nicht an der Unfähigkeit, eine Webseite zu bauen. Oder einen Kanal zu bedienen. Oder ein Angebot zu formulieren.
Nein. Die meisten Projekte sterben bereits vor dem Start. Sie scheitern daran, dass sie von Anfang an strukturell nicht tragfähig sind.
Und wenn es einen Satz gibt, den du dir nach dem Lesen dieses Artikels mitnehmen solltest, dann diesen:
Die Entscheidungen, die du vor dem Start triffst, haben einen viel größeren Einfluss auf deinen späteren Erfolg als die Entscheidungen, die du danach triffst.
Und weil das so ist, solltest du die strukturelle Tragfähigkeit deines Vorhabens prüfen, noch bevor du loslegst. Das ist der größte Hebel für deinen Erfolg.
Tragfähigkeit bedeutet, dass ein Vorhaben unter realen Bedingungen funktioniert. Es erzeugt Nachfrage, es lässt sich zu einem Preis verkaufen, der deine Kosten deckt und einen Überschuss lässt, und es ist so umsetzbar, dass du es mit deiner Zeit, deiner Energie und deinen Mitteln dauerhaft liefern kannst.
Und strukturell bedeutet, dass das nicht von Motivation, Glück oder einzelnen Ausreißern abhängt, sondern aus den Bauteilen selbst folgt: Zielgruppe, Problem, Angebot, Preis, Vertrieb, Aufwand, Risiken.
Wenn diese Struktur stimmt, trägt das Vorhaben. Wenn sie nicht stimmt, trägt es nicht, egal wie sehr du das willst.
Diese Frage stellt sich vor allem dann, wenn du allein arbeitest.
Als Solopreneur hast du keinen Puffer. Kein Team, das Probleme wegorganisiert. Kein Budget, das ein schlechtes Modell über Monate kaschiert. Keine Investoren, die dir Zeit kaufen.
Du hast Zeit, Energie und ein begrenztes Konto. Und genau deshalb ist Tragfähigkeit bei dir kein Nice-to-have, sondern die Grundlage. Wenn sie nicht stimmt, zahlst du den Fehler sofort. Mit deinen Abenden, deinen Wochenenden und deinem Geld.
Du brauchst einen Stresstest
Falls du bis hierher gelesen hast, erkennst du dich möglicherweise darin wieder:
1/ Du erwägst ernsthaft den Schritt in die finanzielle Eigenständigkeit und hast dafür bereits eine Idee, vielleicht sogar ein mehr oder weniger ausgearbeitetes Projekt.
2/ Du stehst kurz vor dem Start oder bist vor Kurzem gestartet.
3/ Du möchtest ein Solopreneur-Modell aufbauen. Keine klassische Selbständigkeit in regulierten Berufsfeldern. Kein institutionell eingebundenes Start-Up, das von hohen Investitionen abhängt.
4/ Du bist dir unsicher, ob dein Vorhaben realistisch ist oder nur eine schöne Illusion. Und das macht dich nervös.
Wenn diese vier Punkte auf dich zutreffen, dann ist dieser Newsletter relevant für dich. Dann solltest du ihn lesen und abonnieren.
Er zielt darauf ab, deinem Vorhaben einem Stresstest auszusetzen: Hält es, was du dir davon versprichst? Oder hält es das nicht?
Du stellst solche Fragen bereits in allen anderen Bereichen, in denen größere Investitionen anstehen oder hohe Kosten entstehen können:
Wird dieses Auto in den nächsten Jahren zuverlässig laufen, oder muss ich mit ständigen Reparaturen rechnen?
Wird diese Immobilie ihren Wert halten, oder wird sie mich am Ende mehr kosten, als sie bringt?
Wird diese Anlage die gewünschte Rendite abwerfen, oder muss ich mit Verlust rechnen?
Komme ich mit dieser Klage bei Gericht durch, und wie sehen meine Chancen wirklich aus?
Du musst solche Fragen auch bei einem Vorhaben stellen, mit dem du finanziell eigenständig werden willst.
So ein Vorhaben kostet dich Zeit, Geld und vielleicht Reputation. Es hat Opportunitätskosten: Du könntest dieselbe Zeit und dasselbe Geld in etwas anderes stecken, das am Ende sinnvoller wäre.
Das Problem, das du hast: Du weißt nicht, wie du diese Frage beantworten sollst. Das liegt zunächst erst einmal nicht an dir. Das ist in den meisten anderen Fällen auch so:
Du bist kein Automechaniker, der den Zustand eines Fahrzeugs zuverlässig beurteilen kann.
Du bist kein Finanzexperte, der den Wert einer Aktie einschätzen kann.
Du bist kein Gutachter, der sich mit Immobilien auskennt.
Und du bist auch kein Anwalt, der die Chancen einer Klage überblickt.
Für all das gibt es Experten, die du zur Not fragen oder konsultieren könntest. Das ist der Normalfall. Du kannst nicht alles selbst wissen und können. Wie auch?
Die Unsicherheit, die du spürst, ist also nicht eingebildet. Sie ist real. Du kennst dein Risiko nicht. Du fliegst blind. Und es gibt niemanden, den du in dieser Situation um Hilfe bitten könntest.
Genau hier setzt Fehlstart an. Nicht bei der Frage, wie du etwas umsetzt, sondern bei der Frage, ob das, was du vorhast, überhaupt tragen kann.
Es geht um eine Fähigkeit, die dir fast niemand beibringt: kleine Geschäftsmodelle zu bewerten. Sauber. Nüchtern. Vor dem Start.
Das ist der größte Hebel für deinen Erfolg. Wenn du hier die falschen Entscheidungen triffst, rettet dich später auch die beste Umsetzung nicht. Wenn du hier die richtige triffst, hast du Rückenwind, weil du nicht mehr versuchst, einen undichten Krug mit Fleiß zu vollzukriegen.
Was Fehlstart ist. Und was nicht.
Fehlstart prüft dein Vorhaben auf Belastbarkeit. Wir nehmen es auseinander, bis nur noch die Annahmen übrig sind, auf die es wirklich ankommt. Nachfrage. Preis. Kosten. Zeit. Umsetzbarkeit im Alltag. Risiko.
Das bedeutet Arbeit. Weil es dich zwingt, an den Stellen zu graben, an denen du bisher vage geblieben bist. Genau dort entstehen Fehlstarts. Nicht, weil Leute faul sind, sondern weil sie Annahmen für Fakten halten.
Dann setzen wir diese Annahmen einem Stresstest aus. Du formulierst sie so, dass klar ist, was sie bedeuten, woran du sie erkennst, und wann es wackelt. Und du legst Kriterien an, mit denen du sie bewerten kannst. Nicht, um Recht zu behalten. Sondern um früh zu merken, ob du auf dem Holzweg bist.
Am Ende weißt du, welche Teile tragen, welche wackeln, und was zuerst geklärt werden muss, bevor du weiter Zeit und Geld verbrennst. Und du hast eine klare Entscheidung: weitermachen, umbauen oder lassen.
Ich kann dir nicht bei der Umsetzung helfen. Fehlstart bringt dir nicht bei, wie du Landingpages baust, wie du Reichweite bekommst, wie du eine persönliche Marke aufbaust und Vertrauen bei einer Zielgruppe gewinnst.
Wir werden hier keinen Marketingplan entwerfen, keine Lieferprozesse optimieren und auch keine Angebote in attraktive Pakete schnüren.
Wenn du das suchst, dann schau woanders nach. Dafür gibt es bereits jede Menge sehr gute Tutorials.
Wenn du jedoch unsicher bist, ob das, was du bauen willst, tragen kann, dann bleibe hier. Dann ist das dein Thema.
Um aus dir einen Experten für die Bewertung von Geschäftsmodellen zu machen, wird das Lesen eines Newsletters nicht ausreichen.
Daher werde ich zeitnah Angebote entwickeln, mit denen du die Kompetenz, ein konkretes Vorhaben auf Tragfähigkeit zu prüfen, systematisch selbst aufbauen kannst.
Das wird noch etwas dauern und das wird auch nicht sofort für alle Geschäftsmodelle verfügbar sein. Aber ich baue daran.
Bis dahin bleibt dir dieser Newsletter.



